Panafrika Redaktion Magazin rund um Afrika und seine Diaspora!

 



 

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Jeder 4te Dienstag im Monat von 19 bis 20 Uhr
ein Programm zum Hinhören

 

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Panafrika Redaktion September 2010

 

Teil I Begrüßung

 

Unsere Themen im September sind: Länderschwerpunkt Togo– Neben einem Überblick über die allgemeine wirtschaftliche und politische Lage dieses Landes, haben wir uns eine Gast ins Studio: Frau Karin Weidlich die eine sehr interessante Artikel zur Togo geschrieben hat „Demokratie im Kleinformat – ein afrikanischer Traum!“

 

Wir haben auch zu Gast im Studio Frau Anne-Isabelle Zils und Mohammed Koroma die einen Dokumentarfilm über jugendliche Flüchtlinge in München gemacht haben.

Dann folgt wie immer Informationen über Afrika in „Afrika Aktuell“ und auch über die Afrikaner und Menschen afrikanischen Herkunft außerhalb Afrikas „Diaspora Aktuell“.

 

Im Studio begrüßen Euch: Hamado Dipama, Uche Akpulu und Suli Kurban.

 

1. Musik Pause: Unsere erste Musik kommt heute aus Togo von John Aziamour

 

Mod: Teil II Länderschwerpunkt: Togo

 

Allgemein Information

Togo ist eine Westafrikanische Land am Golf von Guinea gelegen mit einer Landfläche vom 56.785 qkm, Das Land grenzt sich an Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden.

 

Togo hat etwa 6,19 Millionen Einwohner. 99 % der Bevölkerung besteht aus 42 ethnischen Gruppen. Die wichtigsten ethnischen Gruppen sind Ewe (rund 40 %), Tem (23,1 %), Akebou (13,2 %), Gurma (9,7 %) und Yoruba (6,8 %).

Etwa 62 000 Europäer, Syrer & Libanesen sind teil der Bevölkerung. Etwa die Hälfte der Bevölkerung ist unter 16 Jahre alt. Neben Französisch als Amtsprache gibt es insgesamt 39 lebende einheimische Sprachen. Ewe und Mina werden im Süden gesprochen, Kabye und Dagomba im Norden.

51 % der Bevölkerung Togos sind Anhänger von traditionellen Religionen, 29 % sind Christen und 20 % Moslems. In den Küstenregionen gibt es auch einige kleine jüdische Gemeinden.

Der Hauptstadt von Togo ist Lome mit fast 1 Millionen Anwohner.

Etwa 65% der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt.

Kakao, Kaffee, Baumwolle und Tee erbringen zusammen etwa 30% der Exporteinnahmen Togos. Der Phosphatabbau macht rund 8,4 Prozent der Wirtschaftsleitung aus

 

Geschichte & Politik

Die erste Besiedlung des heutigen Togo erfolgte zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert durch das Volk der Ewe, die aus der Region um den Fluss Niger einwanderten.

Nach der Berliner Afrika Konferenz in 1884 wurde Togo eine Kolonie des Deutschen Reich. Nach dem 1. Weltkrieg wurde jeweils ein Teil Großbritannien und Frankreich zugeteilt.

1946 wurde Sylvanus Olympio Vorsitzender der Territorialversammlung von Französisch-Togoland gewählt. Einem jahr später 1947 geriet er zunehmend in Konflikt mit der französischen Kolonialregierung, da er sich stark für das Selbstbestimmungsrecht der Kolonien einsetzte.

Die Wahl vom 1955 sowie das Referendum von 1956 boykottierte seine Partei unter dem Vorwurf der Wahlmanipulation durch die französische Mandatsmacht.

Am 27. April 1960 wurde Olympio erster Staatspräsident der Unabhängiges Republik Togo, jedoch 1963 bei einem Militärputsch getötet.

Sylvanus Olympios Sohn Gilchrist Olympio ist derzeit einer der prominentesten Oppositionsführer des Landes.

Nach Sylvanos Olympio folgte der Oppositionspolitiker Nicolas Grunitzky, der 1967 durch General Etienne Eyadéma aus dem Amt vertrieben wurde. Um an der Macht zu bleiben betrieb Eyadema mehrere Verfassungsänderungen und Niederschlagung von oppositionellen Gruppen. Er überlebte auch mehrere Putschversuchen und Attentaten, starb aber am 5. Februar 2005 nach 38 Jahre in Amt.

Nach dem Tod von Gnassingbé Eyadéma ernannte die Armee des Landes seinen Sohn Faure Gnassingbé, bis dahin Minister für Telekommunikation, zum neuen Präsidenten. Diese führte zu Unruhen im Land und die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS suspendierte am 19. Februar als Reaktion auf die verfassungswidrige Machtergreifung die Mitgliedschaft Togos. Abbas Bonfoh wurde dann als Übergangspräsident ernannt und im April 2005 gewann Faure Ganssingbé den Präsidentschatwahl aber mit Vorwurfe der Wahlmanipulation.

 

 

Musik Pause: aus Togo, wieder von John Aziamour

 

(Interview mit Frau Karin Weidlich)

 

Musik Pause: von Yossou Ndour

 

Afrika Aktuelle

 

Nigeria

Der Nobelpreisträger für Literatur, Wole Soyinka, hat eine neue Partei gegründet, die gegen die Korruption und für bessere Gesundheit und Bildung eintritt. Ob er selbst in den bevorstehenden Wahlen als Präsidentschaftskandidat stehen wird, ist ungewiss. Soyinka, der 1986 als erster Afrikaner den Nobelliteraturpreis erhielt, gehört zu den Vordenkern der Unabhängigkeitswelle, die den „Traum vom Afrika der Afrikaner“ träumten. 

 

USA

Auf der Millenniumskonferenz in New York, die zehn Jahre nach Verabschiedung der Millenniumserklärung Bilanz ziehen wollte, wurde festgestellt, dass vier afrikanische Länder südlich der Sahara es geschafft haben, die Halbierung der Armut zu erreichen. Die Länder sind: Kongo-Brazzaville, Ghana, Mali und Nigeria.

 

Sierra Leone

Präsident Koroma hat seine Minister gewarnt, ihre exzessiven Auslandsreisen einzuschränken, da die hohen Kosten die nationale Entwicklung hemmen. Das müsse ab sofort aufhören. Er selbst wolle jeden Minister überwachen, der nach Übersee reist.

 

Sudan

Die katholische Kirche hat eine landesweite Gebetsinitiative gestartet. Vom 21. September bis zum Weltfriedenstag am 1. Januar soll für ein friedliches Referendum gebetet werden, das laut Friedensabkommen 2011 abgehalten werden muss. Es gibt große Befürchtungen, dass auf Grund der großen Erdölvorkommen der Norden eine faire Abstimmung nicht zulassen wird. Es gilt als sicher, dass der Süden für die Unabhängigkeit stimmen wird.

 

Südafrika

Auf dem Parteitag in Durban hat Präsident Zuma vor Tausenden die Streitereien und das Mächtespiel in der ANC scharf angeprangert und die Mitglieder an die „revolutionäre Disziplin“ der Anfangsjahre erinnert, die es der Partei ermöglichte, die Apartheid zu überwinden. Es war eine der mutigsten Reden des Präsidenten in einer Zeit wachsenden Unbehagens über seinen Führungsstil.

 

Niger

Sieben Mitarbeiter der französischen Unternehmen Vinci und Areva, darunter fünf Franzosen, wurden in Arlit norden von Niger überfallen und verschleppt. Areva der über 5000 Mitarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland hat, betreibt in der Nähe von Arlit eine Uranmine. Niger ist eine des wichtigsten Uranproduzenten der Welt. Lokale Widerstandsgruppen gegen den Uranabbau, der die Region verseucht, haben in der Vergangenheit Europäer verschleppt.Durch den Vorfall sieht Frankreich seine nationalen Interessen in Niger gefährdet.

 

Musik Pause: von I. K. Dairo

 

Diaspora Aktuelle

 

Magdeburg

Zwei Jahre nach der Ermordung der Asylbewerber Oury Jallohs aus Sierra Leone am 7. Januar 2005 im Polizeirevier Dessau, fand der Prozess gegen zwei Polizeibeamte am Landgericht Dessau-Roßlau statt. Die Anklage lautete Körperverletzung mit Todesfolge und fahrlässige Tötung durch Unterlassung. Wie die Initiative und die internationalen Prozessbeobachter bereits während der ersten Verhandlungstage vermutet hatten, wurden beide Angeklagten im Dezember 2008 frei gesprochen.

Auf Verlangen der Initiative legte die Nebenklage Widerspruch gegen das Urteil beim Bundesgerichtshof (BGH) ein – und bekam Recht. Der BGH veranlasste eine Revisionsverhandlung, die nun vor dem Landgericht Magdeburg am 25. Oktober 2010 stattfinden wird.

 

München

Nach langer Krankheit ist unserer Freund und Bruder SAM UGBO, Mitbegründer und ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Initiative Afrika Zentrum, München e.V., ist am 03.09.2010 in München gestorben. Die gesamte Afrikanische Commuty von München ist in tiefster Trauer über den Verlust dieser starke Tragsäule unserer Gemeinde. die Beisetzung ist am  13. September 2010, im Westfriedhof München stattgefunden.

 

München

Ausländerbeiratswahlen 2010

am 28. November 2010 wird ein neuer Ausländerbeirat für Stadt München gewählt!

Der Ausländerbeirat ist die Interessenvertretung der Münchnerinnen und Münchner mit ausländischer Staatsangehörigkeit, Zuwanderern, Flüchtlingen und deutschen Staatsbürgern mit internationaler Herkunft.

Ende 2009 lebten rund 310.000 Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in München; die Zahl der Münchnerinnen und Münchner mit Migrationshintergrund ist jedoch erheblich höher.

Er berät die Stadt München in allen Fragen, die sich auf Migrantinnen und Migranten beziehen. Er nimmt öffentlich Stellung, wenn die Interessen der Migrantinnen und Migranten betroffen sind.

Er ist ein politisches Gremium. Er wird für sechs Jahre gewählt, analog zum Stadtrat. .Er besteht aus 40 direkt gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern mit Stimmrecht und 10 beratenden Mitgliedern.

Der AK. Panafrikanismus München ist in der Wahlliste „Interkulturelle Vielfalt für München vertreten.

Die Interkulturelle Vielfalt für München ist eine eine internationale Gruppe, die sich dieser Wahl stellt. Die Interkulturelle Vielfalt für München-Liste möchte die politischen Interessen der Münchner Migrantinnen und Migranten vertreten.

Ziel der Liste ist die Gleichstellung der Migrantinnen und Migranten in der Gesellschaft. Wir haben sehr unterschiedliche Biografien, kulturelle Herkunft und Qualifikationen. Diese wollen wir im Interesse der Migrantinnen und Migranten einsetzen.

Kleine Gespräch über der Liste

 

Hannover

mit einem Offenen Brief an das Kultusministerium möchte der Verein „Freundeskreis Tambacounda e.V.“ auf die inhaltlichen Missstände des für das Zentralabitur 2011 vorgesehenen Lehrbuchs mit dem Titel „A la découverte de l’Afrique noire francophone“ ( Auf Deutsch „die Entdeckung der frankophone Schwarz-Afrika“ ) hinweisen. Das frankophone Afrika wird in dieser Literatur als rückständig und problembehaftet beschrieben.

In dieses Lehrbuch wird u.a. ein veraltetes Bild afrikanischer Gesellschaften entworfen, wie zB. Eine systematische Benachteiligung der Frau die eine Klischee verfestigt, das heute noch die Wahrnehmung vieler Europäer prägt.

Ähnliches gilt für die Afrika-Karten, die die präkoloniale Zeit ausklammern: eine Karte aus der vorkolonialen Zeit hätte nicht nur die Größe der afrikanischen Königreiche gezeigt, sondern auch die koloniale Zerstückelung, die heute noch Konflikte hervorruft. Darüber hinaus wird so ein wichtiger und in Europa unbekannter Teil afrikanischer Geschichte ausgeblendet, was an Hegels bekannte These des „geschichtslosen Kontinents“ erinnert.

 

Die Fehlorientierung der Reflexion ist umso gravierender, als die Schule die wichtigste Rolle in der Vermittlung interkultureller Kompetenz, d. h. in der notwendigen Revision von tradierten Wahrnehmungs- und Denkmustern spielen kann und soll. Und angesichts der hartnäckigen Stereotype und des herrschenden Unwissens über Afrika kommt dem Umgang mit der Repräsentation des Anderen, hier des Afrikaners, eine entscheidende Bedeutung zu. So Dr. M.

Moustapha Diallo, der Lehrbeauftragter an der Universität Paderborn ist und auch Deutschlehrer an das Ludwig-Erhard-Berufskolleg Münster

Herr Abdou Karim Sané vom Freundeskreis Tambacounda e.V. sagte auch dass sein Verein engagiert sich dafür, dass diese Themenauswahl überarbeitet wird.

 

Bremen

Aus Anlass des 52. Jahrestages des Referendums, in dem Frankreichs General de Gaulle eine Französisch-Afrika Gemeinschaft schaffen wollte, abgelehnt wurde, organisieren Afrikaner und Freunde Afrikas am 28. September 2010 vor den französischen Botschaften in aller Welt sowie am Sitz der Nationalversammlung in Paris eine große, internationale Kundgebung.
 
In der Vereinigten Staaten, Frankreich, Belgien, der Schweiz, England, der Elfenbeinküste, Togo, Kanada, Djibuti, Malaysia
usw.finden auch Kundgebungen statt. In Bremen findet heute eine Große Demonstration am Bremen Hauptbahnhof und im Anschluss Kundgebungen vor dem Kolonialdenkmal (BREMER STADTELEFANT) und vor der Bürgerschaft. Es wird auch eine SIT-IN vor dem INTITUT FRANÇAIS geben.
 
Die Demonstranten sagen Nein zum Weiterbestehen des Kolonialismus in verdeckter Form in Afrika, nein zu den „Verteidigungsbündnissen“ von „Françafrique“, Nein zur französischen Armee und ihren Militärbasen in Afrika, Nein zu den
Wahlparodien in Françafrique, nein zu politischer Haft, zu Attentaten und
Völkermorden, zur Ausplünderung Afrikas, zu Lüge und Nachrichtenmanipulation, Nein zum Revisionismus in der Darstellung der afrikanischen Geschichte und zu jedem Versuch der Rechtfertigung der Kolonisation, Nein zu falscher Entwicklungshilfe.

 

Berlin

Ein Deutsch-Nigerianer Stanley Chima wurde in der Nacht des 29. August von Zivilpolizisten angehalten und kurz danach tot auf der Straße aufgefunden.

Der in Berlin lebende Stanley Chima war 39 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier Kinder. Am 29. August wurde er gegen 23:50 von Zivilpolizisten im Berliner Stadtteil Britz wegen Telefonieren beim Autofahren angehalten, das Auto gehörte seiner Frau. Chima musste eine Ausweiskontrolle über sich ergehen lassen. Jener Zeuge, mit dem Chima zum Zeitpunkt der Polizeikontrolle am Telefon sprach, hörte, wie die Polizei Chima gegenüber schroff vorging und ihn anschrie. Die Polizisten behaupteten, dass das Auto Chimas gestohlen sei und zwischen Chima und ihnen entfachte eine Diskussion, wobei das Gespräch am Telefon beendet wurde. Der Zeuge rief Chima erneut an, doch der Anruf wurde nicht angenommen. Chima wurde kurze Zeit später zwei Busstationen weiter in einer Nebenstraße tot aufgefunden.

Der AK Panafrikanismus München fordert dass die Tatsachen in Zusammenhang mit dem Tod Chimas aufgedeckt werden und die Verantwortlichen sofort verurteilt werden.

 

Zitat aus Afrika, Uganda

Kennt man die Bäume nicht, behandelt man sie alle wie Feuerholz

 

An diese Stelle verabschieden wir uns und hoffen dass Ihr nächstes mal wieder dabei seid.

 

Es verabschiedet sich…

 

Musik Ende: von I. K. Dairo

 

 

 

Sendung Juli

Panafrika-Redaktion 27.07.2010

 

Hier anhören:

 

 

Teil I Begrüßung

 

Mod: Es ist der vierte Dienstag im Monat, 17 Uhr und ihr hört wie immer an dieser Stelle die Panafrika Redaktion bei Radio Lora. Schön, dass ihr eingeschaltet habt und uns durch eine Stunde rund um Afrika und seine Diaspora begleitet.

 

Unsere Themen im Juli sind: Die Spuren der Kolonialzeit – Wir haben eine Veranstaltung zum Thema besucht und stellen Euch die Gruppen München Postkolonial und Freiburg Postkolonial vor. Länderschwerpunkt Ghana – Neben einem Überblick über die allgemeine wirtschaftliche und politische Lage dieses Landes, haben wir uns einen Gast ins Studio eingeladen. Albert Osei Wusu wird bei uns sein. Er ist Vertreter der Ghana Community in Bayern und Vorsitzender des Volkes Ashanti in Bayern. WM 2010 – Wir werfen noch mal einen Blick auf die vergangene Fußball-WM in Südafrika und stellen die Frage: wie sehen Afrikas Beziehung mit dem Westen in Zukunft aus?

 

Im Studio begrüßen Euch: Hamado Dipama, Uche Akpulu und Lan-Na Grosse.

 

Unsere erste Musik kommt heute von Ghana

 

Teil II Interview Postkolonial

 

Mod: Wo in Deutschen Städten findet man heute noch Spuren der Kolonialen zeit? Und, wie sehen sie aus? Zudiesem spannenden Thema fand vor zwei Wochen, am 16.07 im Münchner Kulturladen Westen eine Veranstaltung statt. Wir haben die Gelegenheit genutzt und haben den Referenten Heiko Wegmann von Freiburg Postkolonial und die Organisatoren von München Postkolonial interviewt.

 

Interview

 

Teil III Länderschwerpunkt: Ghana

 

Mod: „Goldküste“ – So nannte die britische Kolonialmacht das heutige Ghana wegen seines Reichtums an Gold. Noch heute profitiert das Land wirtschaftlich von seinen  zahlreichen und unterschiedlichen Rohstoffreserven; trotzdem gehört Ghana aber nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt – warum das so ist, steht auf einem anderen Blatt.

 

Hamado: Ghana ist einer der größten Goldproduzenten der Welt. Der Goldexport hat einen Anteil am Gesamtexport Ghanas von etwa 32 %. Außerdem spielen unter anderem Erdöl, Diamanten, Kakao und für den Export eine große Rolle. Nach der Elfenbeinküste ist Ghana damit zweitgrößter Produzent von Kakao (20 %) und drittgrößte Lieferant von Hartholz und anderen Holzprodukten in Afrika. Es ist Deutschlands größter Lieferant für Holzprodukte. Allerdings ist es mittlerweile zum Schutz der heimischen Holzwirtschaft verboten, unverarbeitetes Holz zu exportieren.
Daneben wird die Fischerei als Wirtschaftszweig immer bedeutender.
Über Meerwasserentsalzungsanlagen wird außerdem Salz gewonnen. Dieser Rohstoff nimmt eine immer wichtiger werdende Stellung in der Exportwirtschaft ein. Jährlich werden ungefähr 600.000 Tonnen exportiert.

 

Ghana grenzt an die Elfenbeinküste, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantischer Ozean). Zehntausende Migranten aus den Nachbarstaaten und Liberia, Niger und Nigeria leben im Land.

Es ist ein Vielvölkerstaat mit rund 24 Millionen Einwohnern. Die größten ethnischen Gruppen sind Akan (44 %), Dagbone-Dagomba (16 %), Ewe (13 %), Ga-Adangme (8 %), Gurma (6 %). Etwa 1,5 % der Bevölkerung stammt aus Europa oder aus anderer ethnischer Herkunft.

 

Frage 1:In diese Stelle begrüße ich unseren heutigen Gast : Albert Osei Wusu,  hallo Albert. Du bist Angehöriger der Ashanti – eine der größten Volksgruppen in Afrika – und Vorsitzender der Ashanti von Ghana in München oder Bayern?. Stell Dich und Euren Verein doch bitte kurz vor

 

Frage 2: Trotzt der 79 Sprachen, die in Ghana gesprochen werden, ist Englisch die einzige Amtsprache. Wäre es nicht möglich zumindest die meist gesprochene einheimische Sprache Akan als zweite Amtsprache durchzusetzen?

 

 

Frage 3: Etwa 40 % der ghanaischen Bevölkerung sind Anhänger so genannter Naturreligionen, Ungefähr 30 % sind Muslimen und ca. 30% Christen.

Warum ist die Anzahl der Anhänger der Naturreligionen so stark gesunken?

 

Musik aus Ghana

 

„Self government now!“ – das war die Forderung des Mannes, der den Weg in die Unabhängigkeit Ghanas ab 1947 maßgeblich mitbestimmte: Kwame Nkrumah.

Diesem Weg waren zuvor 73 Jahre Kolonialherrschaft unter Großbritannien vorausgegangen. Und es sollten weitere zehn Jahre vergehen, bis Ghana endlich am 6. mai 1957 als erstes westafrikanisches Land unabhängig wurde.

 

Frage 4: John Jerry Rawlings war ja im Oktober letzten Jahres Ehrengast beim 2. Panafrikanismus Kongress. Welche Rolle spielte er in der postkolonialen Zeit Ghanas?

 

Frage 5: Du arbeitest bei der Inneren Mission in Nürnberg im gleichen Gebäude, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, was empfinden Du, wenn Du die Flüchtlinge, und damit auch Deine Schwestern und Brüder, da siehst, wie sie Schutz und Beratung suchen oder verzweifelt sind und nicht mehr wissen, was sie tun sollen?

 

Musik 4: aus Ghana

 

Teil IV : FIFA WM Südafrika: Rückblick & Ausblick

 

Mod: Die Fußball-WM in Südafrika ist im Juli zu Ende gegangen – ein sportliches Großereignis dem sich wohl niemand entziehen konnte. Vor der WM gab es jedoch große Zweifel, vor allem der westlichen Medien, ob es ein afrikanisches Land überhaupt schaffen kann, ein solches Ereignis zu organisieren.

 

Uche: Ja, wenn man manche Berichte von damals betrachtet, könnte man denken, die Gastmannschaften hätten sich für den Vorstoß auf ein feindliches Gebiet ausrüsten müssen. Aber im Rückblick haben alle Besucher überlebt! Oftmals gibt es keine rationale Erklärung für die Kritik an SA.

Zum Beispiel der Uli Hoeneß, der Manager des FC-Bayern, hat Anfang des Jahres gesagt, es sei eine der größten Fehlentscheidungen der FIFA gewesen, SA die Fußball-WM zu geben. 

 

Frage1: Was ist denn Deiner Meinung nach der eigentliche Grund für diese heftige Kritik der westlichen Medien vor der WM?

 

Uche: Meiner Meinung nach handelt es sich um die üblichen Vorurteile, die man auf die 600-jährige Geschichte der Beziehungen zwischen Afrika und Europa bzw. dem Westen zurückführen kann. Es fällt Europa immer noch schwer, über Afrika nachzudenken, ohne neokolonialen Reflexen zu erliegen. Also  Koloniale Mentalität halt!

Für mich ist es sehr erwähnenswert, dass es trotz der südafrikanischen Geschichte bezüglich Apartheid keinerlei rassistische Übergriffe gegen Ausländer während der WM gab. Dabei müssen wir in Erinnerung rufen, dass es im Vorfeld der WM 2006 in Deutschland zahlreiche rassistische Übergriffe gab – sowohl im Fußball, als auch im alltägliche Leben gegenüber Menschen afrikanischer Herkunft. Ein paar Beispiele: Im März 2006 wurde Ade Ogungbure ein damaliger nigerianischer Spieler beim 4. Ligisten FC Leipzig von Fußball Fans angegriffen. Sogar der frühere Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye hat dunkelhäutige WM-Touristen vor Besuchen bestimmter Orte in Berlin und Brandenburg gewarnt, weil es für sie mitunter lebensgefährlich sei. Auch der Hooliganismus im europäischen Fußball ist  ein bekanntes Problem.  

Es gibt zahlreiche Beispiele, die zeigen dass bei Fußball-Veranstaltungen in Europa eigentlich mehr Gründe gibt sich zu fürchten als in Afrika – sei es vor rassistischen Übergriffen oder vor Fußball Hooligans. Für mich ist deshalb klar, dass die große Medien-Kampagne gegen SA vor der WM nur aufgrund der üblichen Vorurteile bzw. der kolonialen Mentalität der europäischen Gesellschaft gegenüber Afrika entstanden ist. 

 

Frage 2: Während der WM gab es dann viel Kritik von westlichen Zuschauer wegen des angeblich ohrenbetäubenden Lärms von Vuvuzelas. Es gab sogar einige „Experten“, die Vuvuzelas als gesundheitsschädlich begutachteten.

 

Uche: Erst mal muss ich sagen, dass Lärm ein unvermeidlicher Teil von Fußball-Veranstaltungen ist. Bemerkenswert ist, dass diese Klage vor allem von europäischen Fernsehzuschauern kam, die ja in Ihrem Wohnzimmer oder im Biergarten der WM zusahen. Der ehemaliger Deutsche Spieler Rudi Völler hat nach einem WM-Spiel sogar gedroht, dass jeder der bei Vereinsspiel in Leverkusen mit einer Vuvuzela auftaucht Stadionverbot bekommen und sogar eingesperrt wird. Fakt ist, dass die WM eben nun mal nicht in Europa, sondern eben in Südafrika stattfand. Der Vuzela Kritik finde ich höchst respektlos den afrikanische Fans in SA gegenüber. Denn es gilt: "Andere Länder, andere Sitten“. Die Vuvuzela Kritik kann man auch auf die europäische Koloniale Mentalität zurückführen. Dem Afrikaner muss man ja immer sagen wo es lang geht, so wie man dass seit über 600 Jahren macht ohne jegliche Achtung auf seinem Kultur oder Bedürfnisse! Nur so kann man verstehen warum Menschen in einem Land wo so viel Rassismus und Hooligans sowohl  im Fußball als auch im alltägliche leben gibt, in ihrem Wohnzimmer oder im Biergarten sitzen und über „Vuvuzela Lärm“ während der WM in SA Beschwerden. 

 

Frage 3: Wenn man diese, durchaus berechtigte, aber eben auch sehr harsche, Kritik mal bei Seite lässt,  siehst Du Anzeichen für ein vorurteilsfreies Afrikabild? Also was gibt es denn für einen Ausblick nach der WM in SA?

 

Uche: Dass ist schwer zu beurteilen, wenn man bedenkt, dass zahlreiche progressive Menschen und Gruppierungen seit langem einen neuen bzw. realistischen westlichen Blick auf Afrika gefordert haben, ohne große Erfolg. Man kann nur nochmal die Worte des FIFA Präsident Joseph Blatter betonen, der SA ein  hervorragendes Zeugnis von neun von zehn Punkten gab. SA hat der Welt gezeigt, wozu es fähig ist! Die FIFA soll 3,2 Milliarden Dollar an dem WM Turnier in Südafrika verdient haben, so viel wie niemals zuvor. Bei der WM in Deutschland 2006 lag der Gewinn nur bei 2,2 Milliarden Dollar.

 

Mod: Ich glaube schon, dass die WM dazu beigetragen hat, vielen Menschen ein anderes Bild von Südafrika und dem ganzen Kontinent zu liefern, schließlich konnte man neben dem Fußball auch viele Beiträge, Berichte und Reportagen lesen und sehen, die endlich mal ein anderes Afrika-Bild vermittelt haben. Natürlich baut das nicht alle tiefsitzenden Vorurteile auf einmal ab, aber vielleicht war das der erste Schritt zu einer nachhaltigen Veränderung.

Passend zum Thema hören wir jetzt Musik aus Südafrika    

 

Musik 5: Afrique du Sud mit Wawukhona Yini E New York

 

Teil V Afrika-Aktuell

 

Mod: Was hat sich im letzten Monat wichtiges in Afrika getan? Nachrichten aus Afrika in Afrika-Aktuell.

 

Tschad

Sudans Präsident Omar al Baschir wurde mit militärischen Ehren am letzten Mittwoch zu einem Gipfel in  N'Djamena im Tschad empfangen, trotz internationalen Haftbefehls.  Man sehe keinen Grund zur Aufregung, schließlich sei al Baschir in seiner Funktion als amtierender Präsident angereist. Deshalb werde er auch sicher nach Hause zurückkehren. „Welches Land hat denn jemals einen amtierenden Präsidenten während einer Auslandsreise festgenommen?" so Ahmat Bachir, Innenminister des Tschads. Der Tschad und der Sudan bezichtigten sich gegenseitig, Rebellengruppen im Grenzgebiet zu unterstützen, die den Sturz ihrer jeweiligen Regime anstreben. Sie vereinbarten gemeinsame Grenzpatrouillen. Seitdem ist in die Beziehungen zwischen den beiden Ländern Ruhe eingekehrt.

Der Strafgerichtshof ist von die AU als Instrument der Kolonialmächte gesehen. Viele Staatschefs in Afrika lehnen den Internationalen Strafgerichtshof ab.

 

Uganda

In der ugandischen Hauptstadt Kampala begann letzten Samstag ein dreitägiger Gipfel der Afrikanischen Union (AU). Bereits beschlossene Sache ist die Verstärkung ihrer Einsatztruppe AMISOM für den Kampf gegen die radikalislamische Shebab-Miliz in Somalia. Schon am Donnerstag  gab es ein Treffen von Afrikanischen Außenminister, an dem der Deutsche Außenminister Guido Westerwelle teilnahm.

„Sie engagieren sich mit eigenen Ressourcen entschlossen für Frieden und Sicherheit. Sie haben Staatsstreiche geächtet. Sie haben die AU so gestaltet, dass sie im Falle schwerster Menschenrechtsverletzungen in einem Mitgliedsstaat eingreifen kann", so Westerwelle über der AU.

 

Frankreich

Mit Soldaten aus seinen ehemaligen Kolonien in Afrika hat Frankreich seine traditionelle Militärparade zum Nationalfeiertag am 14. Juli begangen. Einheiten aus 13 afrikanischen Ländern paradierten über die Pariser Prachtstraße Champs-Elysées. Frankreich hatte die afrikanischen Länder anlässlich ihrer Unabhängigkeit vor 50 Jahren eingeladen. Am 14. Juli gedenkt Frankreich der Erstürmung des Pariser Bastille-Gefängnisses im Jahr 1789, die als Beginn der Französischen Revolution gilt.

Auf der Ehrentribüne befanden 13 afrikanischen Staatschefs neben der französische Präsiden Nicolas Sarkozy.

Der einzige afrikanische Staatschef, der diese Einladung abgelehnt hat, war nur Laurent Gbagbo von der Elfenbeinküste.

Der Arbeitskreis Panafrikanismus München begrüßt seine mutige und entschlossene Entscheidung und appelliert an die anderen Regierungen für ein Ende der Neokolonialistischen Zusammenarbeit.

 

Guinea   

Am vergangenen Dienstag hat das Verfassungsgericht von Guinea die Ergebnisse von der ersten Runde der Präsidentschaftswahl vom 27. Juni 2010 bekannt gegeben. 43, 69% der Stimme gewinnt der ehemalige Premierminister Cellou Dalein Diallo. Auf Platz zwei liegt der frühere Oppositionsführer Alpha Conde mit 18, 25%. Nach diesen Angaben würden die beiden gegeneinander in der zweiten Runde im August antreten.

 

Musik: Salif Keita mit Tomorrow

 

Teil VI Diaspora-Aktuell

 

Mod: Und zum Schluss: Nachrichten rund um Afrika in Diaspora-Aktuell

 

Aktion der Arbeitskreis Panafrikanismus München

Letztes Jahr 2009 haben wir vom AKPM eine Resolution gegen die rassistische Getränkebezeichnung in Bayern (Das Mischgetränke von Weissbier und Cola) eingereicht.
Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, das zuständig für unser Anliegen ist, ist unserer Resolution entgegen gekommen. Ein Jahr nach der Aktion, besuchen wir nun die Gaststätten um zu wissen, ob die Umsetzung stattgefunden hat.
Wir bitten jeden von Euch, der aus Bayern kommen oder sich hier aufhält, bei jedem Wirtshausbesuch, die Getränkekarte zu beachten bzw. zu kontrollieren und bitten, uns die Namen und Adressen der Wirtshäuser mitzuteilen, die diese rassistische Bezeichnung "Neger " noch auf der Karte haben (sekretariat@panafrikanismusforum.net). Vielen Dank für Eure Unterstützung.

 

Berlin

Aus einer Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage der Linksfraktion ergiben sich Zweifel, dass der Deutsche Bundeswehr ungewollt Kindersoldaten in Somalia ausbildet. Dass auch Minderjährige zu den Rekruten zählen, die die Bundeswehr für die somalische Übergangsregierung ausbildet, kann das Auswärtige Amt nicht ausschließen. In der Stellungnahme des Auswärtigen Amtes heißt es, die Auswahl der Soldaten falle in die "Verantwortung der somalischen Übergangsregierung". Ob diese auch Minderjährige für die Ausbildung rekrutiere, könne man daher nicht sagen. Die Truppen der Übergangsregierung in Mogadischu sind nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen dafür bekannt, Kindersoldaten zu rekrutieren. Das Auswärtige Amt hat die Medienberichte als "unzutreffend" erklärt. Die Grünen forderten, die deutsche Beteiligung an der Mission auszusetzen.

 

Berlin

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die letzte Woche in Berlin vorgestellt wurde, hat der Einsatz der europäischen Marine am Horn von Afrika die Piraterie nicht gehemmt. Sie hat sich im Gegenteil zu einem stabilen Wachstumsmarkt mit zahlreichen Profiteuren entwickelt. Die Verfasserin der Studie Anja Shortland sagte, dass nicht nur Piraten gut an den Überfällen auf Schiffe am Horn von Afrikaverdienten, sondern vor allem Versicherer, Werften und Sicherheitskräfte einen guten Schnitt dabei machten.

"Die wichtigen Akteure in der Region haben ein Interesse am Fortbestehen der Piraterie, solange die Situation nicht eskaliert und die Lösegeldzahlungen im bisherigen Rahmen bleiben", sagte Shortland.

 

 

Schlusszitat für Heute aus Afrika:

„Man wandert besser allein, als in schlechter Gesellschaft“

 

Das war’s für heute von uns für Euch. News und Infos findet ihr, wie gewohnt, auch ohne uns im Netz, auf: www.panafrikanismusforum.net. Ich hoffe, wir hören uns nächsten Monat wieder. Es verabschieden sich: Uche Akpulu, Hamado Dipama und Lan-Na Grosse. Tschüss und bis zum nächsten Mal.

 

Musik : I. K. Dairo mit Guluso