Panafrika Redaktion August 2010

 

Teil I Begrüßung

Unsere Themen im August sind: Länderschwerpunkt Elfenbeinküste – Neben einem Überblick über die allgemeine wirtschaftliche und politische Lage dieses Landes, haben wir uns einen Gast ins Studio eingeladen. Herr Ngatie wird bei uns sein. Er ist Vertreter der Elfenbeinküste Community in München. Dann folgt wie immer Informationen über Afrika „ Afrika Aktuell“ und auch über die Afrikaner und Menschen afrikanischen Herkunft „ Diaspora Aktuell“

 

Im Studio begrüßen Euch: Hamado Dipama, Uche Akpulu und Suli Kurban.

 

MOD Teil II Länderschwerpunkt: Elfenbeinküste

 

Die Elfenbeinküste (offizieller Name aus frz. République de Côte d’Ivoire) ist ein Staat in Westafrika. Er grenzt an Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana und im Süden an den Atlantischen Ozean.

Das Land, das am 7. August 1960 die Unabhängigkeit von Frankreich erlangte, wurde lange durch die Einheitspartei PDCI (Parti Démocratique de la Côte d'Ivoire) des Präsidenten Houphouët-Boigny regiert bis Ende 1993.

 

Seit 1983 ist Yamoussoukro die offizielle Hauptstadt, die frühere Hauptstadt Abidjan stellt aber weiterhin das wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes dar.

Die Bezeichnung für einen Einwohner der Elfenbeinküste ist– Ivorer oder Ivorerin

fast 20 Millionen Einwohner hat das Land.

26 % der  Bevolkerung sind Einwanderer aus Burkina Faso, Mali, Guinea, Senegal, Liberia, Ghana und auch, Libanesen, Asiaten und Europäer.

 

(Interview mit Herr Ngatie, Vorsitzender der Ivorischen Verein München)

 

Elfenbeinküste hat viele Volkergruppen und Ethnien:

Kwa-Gruppe repräsentiert etwa 41 % der Gesamtbevölkerung, in diese Gruppe zählt man die Ethnien: Baoulé , Abé, Agni, Akié

Kru-Gruppe: Bété, Kru und Wê; etwa 17 % der Gesamtbevölkerung

Voltaic: Senufo 16 % der Gesamtbevölkerung

Mande-Gruppe: Malinké/Dioula  15 % der Gesamtbevölkerung

Man Findet  in den Städten praktisch alle Ethnien.

Neben der Amtssprache Französisch werden in der Elfenbeinküste rund 70 Landessprachen gesprochen, darunter Baoulé, Senufo-Sprachen, Yacouba, Anyi, Attié, Guéré, Bété, Dioula, Abé, Kulango, Mahou, Tagwana, Wobé und Lobi.

40 % der Bevölkerung sind unter 15 Jahre alt und nur 2 % über 65 Jahre alt.

17 % der Bevölkerung praktiziert traditionelle afrikanische Religionen, Die am meisten verbreitete Religion ist der Islam (38 %), und 22 % der Ivorer sind römische Katholiken, 5,5 % sind Protestanten und 17 anderen Ivorer lassen sich in anderen Religion anordnen.

2. Musik Pause

Kolonial Ära des Landes:

Die Portugiesen entdeckten das Land seit dem 15. Jahrhundert und trieben Handel mit den Küstenstämmen, wurden aber seit dem 17. Jahrhundert von den Franzosen verdrängt, die 1843 den Marinestützpunkt Grand-Bassam errichteten und das Gebiet zur französischen Kolonie 1893 deklariert.

War aber nicht ohne Aufstände.

Die Aufständen gegen das Kolonialismus, besonders unter der  Führung  Samory Touré, beschäftigte die französische Kolonialverwaltung mehrere Jahre. 1895 wurde Côte d’Ivoire ein Teil Französisch-Westafrikas. 1956 erhielt es innere Selbstverwaltung und wurde 1958 autonome Republik innerhalb der französischen Gemeinschaft.

 

Am 7. August 1960 erhielt Côte d’Ivoire die volle Unabhängigkeit unter Félix Houphouët-Boigny, der bis zu seinem Tode 1993 Staatspräsident war.

Nachfolger Houphouët-Boignys wurde 1993 Henri Konan Bédié (PDCI). Die von der Opposition boykottierten Wahlen im Oktober 1995 bestätigten Bédié im Präsidentenamt. Im Dezember 1999 wurde Bédié, in einem unblutigen Putsch vom Militär unter Führung von General Robert Guéï.

Im Jahre 2000 gewann Laurent Gbagbo Präsidentschaftswahlen, von denen der Oppositionskandidat (Alassane Ouattara) ausgeschlossen worden war.

Der andauernde Streit darum, wer ein wahrer „Ivorer“ sei und wer nicht, führte schließlich 2002 zu einem bewaffneten Aufstand gegen Gbagbo und zu der aktuellen Krise.

Seit der Kolonialzeit sind immer noch etwa 4500 französische Soldaten in Côte d’Ivoire stationiert.

Im August 2002 erklärte Präsident Gbagbo grundsätzlich, dass Westafrika eine militärische Kooperationslogik statt gegenseitige Abschreckung benötige.

Seit der letzten Präsidentschaftswahl vom 26. Oktober 2000, die von Laurent Gbagbo gewonnen wurde, hat es keine weiteren Wahlen gegeben wegen der schweren Krise die das Land erlitten hat. 30 November dieses Jahres ist aber der Nächste Wahl versprochen.

3 Musik Pause

Die Elfenbeinküste verfügt über die stärkste Wirtschaft der westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion, zu deren gesamten BIP 40 % beiträgt

2005 hat Elfenbeinküste seine Erdöl entdeckt und ist seitdem das wichtigste Exportprodukt dieses Land. Neben Erdöl wird auch Gas, gold produziert

Das Land ist weltgrößter Kakaoproduzent und –exporteur, weiteres wichtiges Exportprodukt ist der Kaffee, siebte Weltgrößter Produzent, dann folgt: Palmöl, Kokosnüsse, Baumwolle, Kautschuk, Kolanüsse (weltgrößter Produzent) und Zuckerrohr. Tropische Früchte wie Ananas, Bananen, Mangos, Papaya, Avocado und Zitrusfrüchte werden nach Europa exportiert, Kaschubäume, die ursprünglich nur im Landesnorden wuchsen, werden jetzt auch südlich davon angebaut; die Ernte an Cashewnüssen betrug Jährlich über 200.000 Tonnen, Dann folgt reis, Mais, Yams, Maniok, Kochbananen etc…  Die liste ist lang.

Auch Interessant für die Urlauber ist dass das Land 520 km Atlantikküste hat mit zahlreichen Stränden, zahlreiche Nationalparks mit seltener Flora und Fauna

 

Am 14. Juli hatte Frankreich präsident Nikolas Sarkozy, die afrikanischen Staatschefs anlässlich ihrer Unabhängigkeit vor 50 Jahren für eine gemeinsame Feier eingeladen. Der einzige afrikanische Staatschef, der diese Einladung abgelehnt hat, war nur Laurent Gbagbo von der Elfenbeinküste.

 

4 Musik Yossou N`dour                         

 

Afrika Aktuelle

Namibia

Der viermalige olympische Silbermedaillengewinner über 100 und 200 Meter Frank "Frankie" Fredericks will nach der erfolgreichen Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika auch die Olympischen Spiele nach Afrika holen. "Ich denke, wir sollten die Chance bekommen, das größte Sportfest der Welt zu veranstalten……..Es würde schön sein, unsere Kultur, unsere Vuvuzelas, unser Essen und unseren Lebensstil mit der ganzen Welt zu teilen“ sagte der 42-jährige Namibier.

Der Weltmeister über die 200-Meter-Distanz von 1993 in Stuttgart ist Vorsitzender der IOC-Athleten-Kommission und hat sich zum Ziel gesetzt, Leichtathletik in Afrika populärer zu machen.

 

Marokko

In den vergangenen Wochen war es mehrfach zu Vorfällen gekommen bei denen die spanische Polizei am Grenzübergang zur Spaniens Exklave Ceuta und Melilla Marokkaner misshandelt haben soll. Die marokkanische Regierung hatte sich mit mehreren Kommuniqués beim spanischen Außenministerium offiziell über die »rassistische« und »entwürdigende« Behandlung von Marokkanern beschwert. Die Regierung beklagt auch, dass Migranten aus Südsaharischen Afrika, die vor der spanischen Küste abgefangen würden, von der Guardia Civil misshandelt und an der marokkanischen Küste »ausgesetzt« würden. Menschenrechtsorganisationen hatten auch ähnliche Vorfälle schon langst gemeldet. Sogar das US-Außenministerium hat kürzlich davor gewarnt, dass Afroamerikaner in Spanien Opfer »rassistischer Vorurteile« der Polizei werden können.

Eine Gruppe von Marokkanern blockierte der Grenzübergang zwischen Mellila und Marokko worauf entsprechende Lieferungen nach Melilla verhindert wurden. Der „Verband für die Befreiung von Ceuta und Melilla“ kündigte weitere Aktionen an und spricht sich für einen Handelsboykott gegen die beiden Exklaven Ceuta und Melilla aus. Der spanische König Juan Carlos versuchte, mit einem Anruf beim marokkanischen König Mohammed VI. der neusten Spannung zwischen beiden Länder zu besänftigen.

 

Tschad

Ein Streit um die militärische Präsenz französischer Soldaten ist zwischen dem Tschad und Frankreich ausgebrochen. Tschadische Präsident Idriss Déby verlangt Zahlungen für die Stationierung der rund 1.000 französischen Soldaten. Zudem hätte er auch nichts gegen einen Abzug der französischen Soldaten. Präsident Idriss Déby sagte: "Wenn Frankreich im Tschad bleiben will, um dort seine Flugzeuge zu nutzen und seine Soldaten üben zu lassen, muss es einen Preis zahlen." Zurzeit sind dort rund 1.000 französische Soldaten.

Guinea

Der 2te Runde der Präsidentschaftswahl findet am 19 September statt laut Herr Tibou

Kamara,general Sekretär der guineischen Präsident Palast.

Diese Entscheidung wurde nach den Sitzungen mit der Übergangsregierungschef Sekouba Konaté, der Unabhängigen Nationalen Wahlkommission (CENI), dem Minister für territoriale Verwaltung und politische Angelegenheiten, den Nationalen Transitionsrat (CNT) und den beiden Kandidaten getroffen.
"Die Motivation (für die Wahl dieses Datums) ist, auf das Ende des Ramadan zu warten," so Herr Kamara.
Der zweite Wahlgang opposiert den ehemalige Premierminister Cellou Dalein Diallo und den historischen Opposition Leader  Alpha Conde, die sich mit jeweils 43,69% und 18,25% der Stimmen im ersten Wahlgang am 27. Juni qualifiziert haben.

 

USA

Am 3ten August lud Präsident Obama 115 junge Führungskräfte aus der Zivilgesellschaft und der Privatwirtschaft aus mehr als 40 afrikanischen Ländern,  im Weißen Haus , ihre Vision für Afrika zu diskutieren für die nächsten 50 Jahre.  

mit ihren amerikanischen Kollegen und US-Regierungsbeamte It will focus on key themes of America's partnerships with African nations including youth empowerment, good governance and economic opportunity.wurde der zentrale Themen des America's Partnerschaften mit afrikanischen Staaten einschließlich Jugendermächtigung, gute Regierungsführung und wirtschaftliche Chancen zu konzentrieren.

 

Ruanda

Ruandas Staatschef Paul Kagame hat die Präsidentschaftswahl in dem ostafrikanischen Land am 10te August offenbar wie erwartet mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Wie der Chef der Wahlkommission, Chrysologue Karangwa, am Dienstagmorgen mitteilte, errang Kagame ersten Teilergebnissen zufolge 92,9 Prozent der Stimmen. „Das ist der Sieg für die Bevölkerung von Ruanda“, rief Kagame seinen Anhängern zu, mit denen er die ganze Nacht in einem großen Fußballstadion in der Hauptstadt Kigali feierte. Er dankte ihnen für den großen Zuspruch und das Ausharren bis zur Veröffentlichung der ersten Teilergebnisse in den frühen Morgenstunden.

 

Haiti

Trotz das Internationalen Spendenwelle für Haiti, leidet  immer noch sehr die Haitianer  unter den Folgen des schweren Erdbebens vom Januar. Dabei starben 300.000 Menschen.

In der Hauptstadt Port-au-Prince leben über 1,5 Millionen Obdachlose. Sind die Hilfe wirklich angekommen? Wir werden versuchen in die Nächsten Sendungen für Sie Lieber Zuhörer das rauszufinden.

 

Dennoch wird Ende November Die Präsidentschaftswahl in Haiti stattfinden. Das Mandat des amtierenden Staatschefs René Préval läuft im Februar 2011 aus, der Verfassung des Karibikstaates zufolge darf er sich nicht erneut zur Wahl stellen.

Der in Haiti geborene Rapper Wyclef Jean hat offiziell seine Kandidatur für das Präsidentenamt angemeldet darf sich aber nicht um die Präsidentschaft in seiner Heimat Haiti bewerben. Die zuständige Wahlkommission teilte am Freitagabend in der Hauptstadt Port-au-Prince mit dass der Musiker im Ausland lebt und habe deshalb nicht die gesetzlichen Vorgaben für eine Kandidatur erfüllt.
Der 38-jährige Wyclef Jean erklärte, er akzeptiere die Entscheidung. Seine Anhänger rief er zur Ruhe auf. Er sei mit dem Beschluss der Wahlkommission nicht einverstanden, akzeptiere ihn aber dennoch «vollständig», erklärte Jean. Letztlich müsse er das Gesetz in Haiti respektieren.

5 Musik Majek Fashek  

 Diaspora Aktuelle

Berlin

Wir haben der Große Projekt „Operndorf in Burkina Faso“ von der Regisseur Christoph Schlingensief befolgt und paar mal hier berichtet und müssen wir leider euch informieren dass der der umstrittensten Vertreter des deutschsprachigen Kulturbetriebs und bekannteste Deutsche Theaterprovokateur ist am Samstag 21 August durch seine lange Krebserkrankung gestorben.

Den Beileid von der AK Panafrikanismus München geht an seine Familie und alle sein fans.

 

Frankfurt

Ein 21 Jährige Nigerianer Emeka Okoronkwo wurde in Frankfurt am 2. Mai von zwei Männer niedergestochen und starb stunden später im Krankenhaus. Der Junge Mann wollte zwei Frauen helfen die nach einer Disco Besuch von zwei fremden Männern bedrängt wurden. Emeka Okoronkwo wurde am 17. Mai in Langen beerdigt. Der Arbeitskreis Panafrikanismus München gedenken den jungen Held der für seinen Zivilcourage mit seinem Leben bezahlen muss.

 

Berlin

Ein einzigartiger afrikanischer Leseraum wurde am 18. August 2010 in Berlin-Wedding eröffnet. Laut eine Pressemitteilung von Lo'Nam Verlag in Berlin wird bisher die Wahrnehmung des zweitgrößten Kontinents der Erde oftmals nur auf althergebrachten Klischees wie Krankheit, Krieg, Exotik, Musik und Tanz reduziert. Dadurch bleibt das intellektuelle Afrika vielen Deutschen, aber auch vielen Afrikanern unbekannt. Dabei gibt es in Afrika nicht nur hervorragende Autoren und Autorinnen, Musiker und Musikerinnen, sondern es gibt auch eine florierende Filmindustrie. Das Afrika Medien Zentrum e.V., der den Leseraum betreibt will diese Lücke schließen. Der afrikanische Leseraum ist durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin gefördert.

 

 Berlin

In März 2010 ist beim Rowohlt Verlag Berlin ein Buch „Der verschleierte Völkermord. Die Geschichte des muslimischen Sklavenhandels in Afrika“ erschienen.

Der Autor des Buchs Tidiane N'Diaye ist ein senegalesische Anthropologe und Wirtschaftswissenschaftler. Er beschreibt in seinem Buch ausführlich von der "arabischen Eroberung" Afrikas, beginnend im 7. Jahrhundert und die begleitende Menschenrechtsverletzungen wie Zwangskastrationen und berichtet von der gezielten Ausrottungsstrategie der arabischen Kolonialherren. Der Autor schätzt die Zahl der Toten des arabischen Sklavenhandels auf mindestens 17 Millionen. In Darfur währt dieser Horror noch bis heute. Sein Buch ist die erste Darstellung des arabo-islamischen Sklavenhandels.

 

Frankreich

In Frankreich ist es am 21. Juli in La Courneuve in der Nähe von Paris zu Ausschreitungen von der Polizei gegen afrikanische Immigranten gekommen. Nach Veröffentlichung eine Videoaufnahme die die Polizei beim Auflösung der Demonstration mit Gewalt zeigt, ist die Einwanderungsdebatte wieder angeheizt. Unter den Demonstranten befanden sich viele Frauen, die mit dem Marsch gegen ihre Zwangsevakuation aus einer Siedlung protestierten. Besonders brutal gingen die Sicherheitskräfte offenbar gegen eine Frau vor, die mitsamt ihrem auf den Rücken gebundenen Baby zu Boden geworfen und gezogen wird. In einer anderen Szene bleibt eine schwangere Frau bewusstlos am Boden liegen.

 

Zitat aus Afrika, Nigeria –von der Volk der Ibo

Die Augen vertrauen nur sich selbst; die Ohren den anderen; nur das Herz sieht die ganze Wahrheit

 

An diese Stelle verabschieden wir uns und hoffen dass Ihr nächstes mal wieder dabei seid.

Es verabschiedet sich…

 

6 Musik Ende